Der 23grad Tiny Forest

Eine grüne Oase in der Stadt
Bäume, Grünflächen und Parks gehören nicht nur zum städtischen Raum dazu, sondern sind oft das, was eine Stadt oder einen Stadtteil besonders attraktiv und lebenswert machen. Sie sind gestalterisches Element und dienen der Naherholung im dicht bebauten Stadtgebiet. Wenn ich der kalten Jahreszeit aus meinem Fenster schaue, freue ich mich schon auf die ersten Knospen im Frühjahr, das satte Grün im Sommer (nicht zu vergessen den Schatten an heißen Tagen) und die bunten Farben im Herbst. Und ich gehe jede Wette ein, dass ich nicht die einzige bin. Trotz der hohen Bedeutung von Stadtgrün als CO2-Speicher und für das Stadtklima, hat die Natur häufig das Nachsehen, wenn um-, aus- oder neu gebaut wird.
Nun soll in Zusammenarbeit mit LüWoBau ein so genannter Tiny Forest gepflanzt. Wir möchten diese grüne Oase in der Ringstraße/Auf der Höhe in Lüneburg entstehen lassen. Ein Tiny Forest ist ein Mini-Wald und wird hier eine Größe von 100 m2 haben. Das Konzept wurde von dem japanischen Botaniker Akira Miyawaki entwickelt. Im Vorfeld wird der Boden analysiert und bearbeitet, damit er optimale Bedingungen für das Anwachsen der Pflanzen bietet. Diese Boden- und Standortanalyse wird in Zusammenarbeit mit Studies der Leuphana Universität und Professorin Brigitte Urban durchgeführt. Die Fläche wird mit hoher Pflanzendichte bepflanzt und entwickelt sich innerhalb weniger Jahre zu einem gesunden und widerstandsfähigen Ökosystem. Natürliche, vorhandene Vegetation soll dabei erhalten und in die Neupflanzung integriert werden. Der Tiny Forest ist ein wahrer Alles-Könner. Er ist ein effizienter CO2-Speicher und verbessert die Bodenqualität, sodass dieser beispielsweise Wasser und Nährstoffe besser speichern kann. Somit kann er zum Beispiel vor Trockenstress schützen. Er ist Standort verschiedenster Pflanzenarten und bietet Lebensraum für Insekten, kleine Säugetiere, Vögel, Amphibien und Eidechsen, die ansonsten im städtischen Raum selten geworden sind. Damit wird er zu einem echten Biodiversitäts-Hotspot mit hoher Vielfalt and Pflanzen und Tierarten. Ein Tiny Forest kann das Mikroklima vor Ort verbessern. Er kann zur Lärm- und Staubreduktion beitragen und wenn er nicht der einzige Tiny Forest in der Umgebung bleibt, kann er sogar das Klima einer ganzen Stadt verbessern und dem starken Aufheizen der Stadt im Sommer entgegenwirken. Und zu guter Letzt schafft er eine attraktive Umgebung, ist eine Ruheinsel und ein Hinkucker.
Unser Tiny Forest soll in der zweiten Jahreshälfte entstehen. Zunächst werden wir unser Projekt planen und in der Nachbarschaft bekannt machen. Die Bodenanalyse findet während des Sommers statt, die Bodenbearbeitung und die Bepflanzung werden im Herbst stattfinden. Später soll der Tiny Forest auch durch Bildungsangebote begleitet werden.

Das Team Tiny Forest von 23grad
Der Verein 23grad ist ein Netzwerk, in dem viele aktuelle und ehemalige Studierende der Umweltwissenschaften und allen verwandten Fachrichtungen der Leuphana Universität Lüneburg organisiert sind. Die Projektidee, einen Tiny Forest zu pflanzen, ist jetzt ungefähr ein Jahr alt und seitdem war unser kleines Team, bestehend aus Maria, Karina, Thorben, Uta, Chayenne und Jana, auf Standort suche. Wir sind sehr glücklich, nun einen passenden Standort gefunden zu haben und können es kaum erwarten den ersten Baum in den Boden zu pflanzen! Wer neugierig ist und Fragen an uns hat oder sich mit in unserem Projekt engagieren möchte, erreicht uns unter folgender E-Mail-Adresse: jana.schultz@23grad.de.

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