Meet & Eat – Nachhaltige Lebensläufe á la carte

Austausch zur Berufsorientierung für Bachelor Studierende der Umweltwissenschaften

Was lockte nur all die Menschen am 30. November 2012 zur Veranstaltung Meet & Eat – Nachhaltige Lebensläufe á la carte? Das leckere Buffet oder die Referenten? Wahrscheinlich ist es die Kombination, bei der 6 Referenten aus der Berufswelt und Mitglieder des Netzwerkes 23grad in kleinen Gesprächsrunden den Studierenden aus ihrem Berufsleben erzählen. Über 50 Studierende lauschten sehr aufmerksam den Erzählungen und stärkten sich nebenbei mit allerlei Köstlichkeiten.

Ein Schwerpunkt des Abends war der intensive Austausch über Fragen zur Berufsorientierung für Umweltwissenschaftler. Zuvor wurde die Fachgruppenvertretung der Bachelor Umweltwissenschaften vorgestellt, sowie das Netzwerk 23grad. Beide wollen auch zukünftig die Kooperation durch gemeinsame Veranstaltungen weiter entwickeln. Dank gilt an diese Stelle besonders Milena Gross, die mit den engagierten FachgruppenvertreterInnen die Organisation vor Ort übernahm.

 

 

Die eingeladenen Referenten hatten ganz unterschiedliche Arbeitsbereiche:

  • Miriam Tornieporth ist selbstständig mit ihrer Firma bitGarden,
  • Uta Soltau arbeitet im Bezirksamt Eimsbüttel im Bereich Geoinformationssysteme,
  • Mira Hohmanns Arbeitsplatz ist bei der Klimaschutzagentur Region Hannover,
  • Oda Schreiber ist freiberufliche Umweltpädagogin,
  • Richard Katz arbeitet im biologischen Gemüsebau,
  • Alexander Bertholtds Arbeitgeber ist die Hamburger Hochbahn.

Die Studierenden stellten eine Fülle von Fragen, vor allem zu den ersten Schritten in das Berufsleben. Aber auch kritisch wurden die beruflichen Situationen hinterfragt; ob es gesicherte Arbeitsplätze in der Umweltpädagogik gibt und ob Umweltbildung überhaupt eine Veränderung bewirken könnte. Ob Selbstständigkeit nicht auf Dauer enormer Stress ist und wie man an erste Aufträge gelangt. Die Wahrheit also sollte auf den Tisch. Rosarot ist das Berufsleben in der Umweltpädagogik nicht. Doch seit vielen Jahren ist Umweltbildung bei vielen Projektumsetzungen ein Muss. Gut qualifizierte Bildungsreferenten sind sehr gefragt. Was sich nicht geändert hat ist die Abhängigkeit von Projektbewilligungen, da unbefristete Stellen tatsächlich kaum existieren.

In kommunalen Verwaltungen sitzt man da schon länger im Sessel: Schon immer hat Uta gerne mit Karten gearbeitet. In der Zeit von Google und digitalen Karten kommen Kartenliebhaber um so mehr auf ihre Kosten. So kam ihr der richtige Gedanke zum richtigen Zeitpunkt, mit Hilfe einer GIS Zusatzqualifikation, das was ihr Spaß macht auch beruflich umzusetzen. Diese Qualifikation war ausschlaggebend für ihre Einstellung, denn die Geoinformationssysteme liefern die Datengrundlage für stadtplanerische Aufgaben. Mit viel Spaß arbeitet sie an dem Layout von Karten und macht sich Gedanken, wie man diese benutzerfreundlich gestaltet. Will man seine Richtung finden oder sich spezialisieren hilft somit ein Praktikum oder eine Zusatzqualifikation.

 

 

«Ja, ich will….endlich etwas praktisches machen, denn das bloße Gerede von nachhaltigem Handeln hilft ja nicht wirklich.» Somit erlernte Richard nach dem Studium den Beruf des Ökolandwirten, von Grund auf, innerhalb einer betriebliche Ausbildung. Nach einigen Jahren praktischer Erfahrung auf dem Ausbildungsbetrieb, ist das nächste Ziel schon abgesteckt: Ein eigener Hof soll es sein. Dieser ist auch schon gefunden und vielleicht geht die nächste Saat schon auf dem eigenen Acker auf. Damit ist Richards Berufsweg schon eine Besonderheit, aber er reiht sich damit in eine Reihe von Umweltwissenschaftlern ein, die nun als Biobauern im Netzwerk 23grad vertreten sind und eigene Biohöfe bewirtschaften. Somit erinnern wir uns gerne an Humbodt, der es auch bevorzugte inhaltlich breit aufgestellt zu sein und eigene Gedankenkonstrukte zu verfolgen. Heute nennen wir das vielleicht Transdisziplinarität?

Als Umweltwissenschaftler recht klassisch unterwegs sind Mira und Alexander. Mira arbeitet bei der Klimaschutzagentur Region Hannover und Alexander im Umweltmanagement bei der Hochbahn Hamburg. Die Agentur arbeitet mit Kommunen und Unternehmen zusammen, um den Klimaschutz voranzutreiben. Vor allem ist da Überzeugungsarbeit zu leisten. Welche Werte sprechen z.B. konservative Immobilienbesitzer an, in die Gebäude zu investieren, um diese energieeffizienter zu machen? Eine weitere Aufgabe ist das «Übersetzen» von Fachartikel für die breite Bürgerschaft. Geldgeber der Agentur sind Ministerien und Stadtversorger der Region. Der Arbeitgeber von Alexander ist das zweitgrößte Nahverkehrs Unternehmen in Deutschland und es trägt dafür Sorge, dass täglich eine Millionen Mensch in Hamburg von A nach B gelangen. Zur Hochbahn gehört die U-Bahn und ein Großteil des Hamburger Busnetzes.

Die Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten der Umweltwissenschaftler ist enorm. So ist es kein Wunder, dass die Zeit für die spannenden Berichte eigentlich viel zu kurz war. Ein toller Abend mit vielen wissbegierigen und motivierten Studierenden in einer sehr freundlichen Atmosphäre. Es hat viel Spaß gemacht, ich habe tatsächlich nonstop erzählt, ohne zu merken, wie die Zeit verfliegt, beschrieb Uta die gelungene Veranstaltung.