Bericht zum Kontaktgrillen 2016

Im Juni 2016 fand das 23grad Kontaktgrillen statt, ein Infotreffen für Studierende mit vier berufstätigen 23grad-Mitgliedern.

Kerstin B. plant ihre Selbstständigkeit mit der Vermarktung von thermischen Batterien für den privaten und industriellen Gebrauch. Aus dem Forschungsprojekt der Universität Lüneburg soll sich eine Firma „Power2Home / Power4Industry“ entwickeln. Das Augenmerk der Energiespeicherung richtet sich zunehmend auf den elektrischen Strom. Doch ist der Verlust an ungenutzter Wärme enorm und beachtliche ¾ des gesamten Energiebedarfs entfallen auf die Produktion von Wärme. Die thermische Batterie ist ein thermochemischer Wärmespeicher. Er bietet extrem hohe Wärmespeicherkapazitäten, ist dabei sehr preisgünstig und wird aus Materialien gebaut, für die keine Rohstoffknappheit besteht, da sie in der Natur sehr häufig und in der Industrie oft als Abfallstoffe auftreten (z.B. Salze).

Anne Z. arbeitet vor den Toren Lüneburgs in Echem. Sie ist für die Verbraucherbildung und Öffentlichkeitsarbeit des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums (LBZ) zuständig. Das LBZ bietet neben Aus- und Weiterbildung für Landwirte auch Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und weitere Interessierte an. Es vermittelt konventionelle und ökologische Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt Tierhaltung. Neben Veranstaltungen wie Familien-Erntedankfeste, der Veranstaltungsreihen "Echemer Dialog" (ein Austauschforum zwischen Verbrauchern und Landwirten), ist das Projekt „Praxiscampus nachhaltige Nutztierhaltung“ ihr Arbeitsschwerpunkt. Sensibilisierung von Landwirten für tiergerechtere Nutztierhaltung, die Information landwirtschaftsferner Gruppen über nachhaltige Nutztierhaltung sowie die Verbesserung der gesellschaftlichen Akzeptanz dieses Themas ist das Ziel.

Berufswege sind auch Herzenssache. Daniel, de dritte Referent, zog von Lüneburg nach München. Nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Liebe. Dort traf er auf das Unternehmen „akzente“ – aus dem Bereich der Umweltberichtserstattung. Den Fuß in die Tür setzte er durch eine Elternzeitvertretung. Dass er seinen Schwerpunkt im Studium auf Nachhaltigkeitskommunikation legte, war sicherlich eine Voraussetzung für den Job. Während der befristeten Anfangsphase harmonierte die Arbeit gut, sodass sich daraus seine Festanstellung entwickeln konnte. Kennzeichnend für „akzente“ sind die vielen Auftraggeber innerhalb der Großunternehmen im Inland. Somit muss „akzente“ alle Dienstleistungssegmente der Unternehmensberatung abgedeckt wie Nachhaltigkeitsberichterstattung, -kommunikation und -strategie. Konzeption, Beratung und Projektmanagement im Bereich Umwelt, Handel und Konsummarken.

Martina R. führt schon seit vielen Jahren ihr eignes Unternehmen, das Institut für Umweltinformatik Hamburg GmbH (ifu). Schwerpunkt ist die Problemlösung mit Hilfe von Stoffstromanalysen z.B. für Ressourceneffizienz, Energieeffizienz, CO2-Bilanzierung, Ökobilanzierung, Life Cycle Assessment oder nachhaltige Wertschöpfungsketten. Das ifu denkt weiträumig, denn es will große Firmen und Ministerien von Veränderungen im Umweltmanagement überzeugen. Ein Beispiel dafür ist die Berechnung der Baumaterialien aller Gebäude im Hinblick auf ihre Wiederverwertbarkeit nach einem Abriss. Dazu müssen sämtliche Materialien erfasst werden, um genau berechnen zu können, wie viele Ressourcen zukünftig für Neubauten noch nötig sind oder ob Materialien zu 100% aus dem Altbestand verwendet werden können, ohne überhaupt weiter Rohstoff abbauen zu müssen.

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