Wenn die Arbeit ruft – Bericht zum Meet & Eat Treffen Im Januar 2017

von Oda Schreiber.
Was ist wenn die Arbeit ruft? Diese Frage treibt die Studierenden um zur alljährlichen Veranstaltung Meet & Eat.

Dieses Mal wurde das Treffen im Gebälk eines Uni-Gebäudes veranstaltet. Nach dem Ausbau des Dachgeschosses entstand dort zwischen den Holzstützen eine offene Galerie. Es kamen ungefähr 50 wissbegierige Studierenden und sie hatten vielen Fragen in Gepäck.

Laura arbeitet in der Stadtverwaltung Uelzen und ist dort für das kommunale Klimaschutzmanagement verantwortlich. Schon während des Studiums hatte sie ihre Fühler in diesen Bereich ausgestreckt. Das transdisziplinäres Forschungsprojekt LÜNESCO der Uni und der Wunsch sehr praxisnah im kommunalen Bereich tätig zu werden hatte sie nach Uelzen geführt. Im Gespräch mit den Studierenden hat sie die Erfahrung gemacht, dass der Gestaltungsspielraum bei der Arbeit und die Abwechslung sehr wichtig zu sein scheint, wichtiger sogar als das Gehalt.

Von Uelzen nach Indien: Eine große Gruppe war ständig um Lea versammelt, denn sie berichtet von ihrer Projektarbeit in Indien. In der internationalen Gemeinschaft Auroville hat sie schon zwei Umweltbildungsprojekt zum Thema Müll durchgeführt. Zudem sollen weitere Projekte folgen, denn Kuppai (Müll) ist ein enormes Problem in dem Land. In dieser Gesprächsrunde wurde eine sehr wichtige Fragestellung vertieft. Es wurde diskutiert ob Lea herrschende Machtverhältnisse verstärke, wenn sie als Europäerin vor Ort Bildungsaktivitäten koordiniere und durchführe. Der Bezug zu "critical whiteness" und "Kolonialisierung- und Interdependenztheorien" stand im Raum.

Hanna dreht AUF wenn sie bei „ihren Wölfe“ ist und dreht AB, wenn sie in Harburger Schulen das Energiesparen vorantreibt. Zum einen ist sie im Wildpark Schwarze Berge tätig und führt interessierte Besucher durch die Tierwelt und auch zu den Wölfen und zum andern arbeitet sie im Umweltbildungszentrum der Hansestadt Lüneburg (SCHUBZ) und betreut ein Bildungsprojekt zum Energiesparen in Schulen im Landkreis Harburg. Hanna hatte während ihrer Bachelorarbeit ein Praktikum im SCHUBZ gemacht. Zur gleichen Zeit stand das „Dreh ab!“ –Projekt in den Startlöchern und es ergab sich die Möglichkeit ins Projekt mit einzusteigen.

Fabienne erinnerte sich noch genau an ihren Übergang in den Job und bemerkte die gleiche Unsicherheit und bei den heutigen Studierenden wie bei ihr vor 10 Jahren. Auch der Druck, den die Studierenden spüren sehr gute Noten für den weiteren Berufsweg liefern zu müssen wurde ihr wieder vor Augen geführt. Auch machten die Studierenden deutlich, dass für sie oft der Gesamtzusammenhang der Module nicht zu erkennen ist und richtet diese Kritik an die Lehrenden. Nun arbeitet Fabienne in Geschäftsführung der Fakultät Nachhaltigkeit im Beriech Wissenschaftsmanagement quasi auf der Seite der Lehrenden und stößt dazu folgende Gedanken an. Zum einen ist das Bachelorstudium noch eine sehr frühe Phase um das große Ganze zu überblicken und zum anderen lassen sich Gesamtzusammenhänge oft erst im späteren Beruf zusammenführen. Auch verfolgt jeder im Studium seine eigenen Ziele und es entstehen unterschiedliche Möglichkeiten, Zusammenhänge herzustellen.

Wieder einmal wird deutlich, dass Meet & Eat nicht nur Raum und Zeit bietet sich über Berufserfahrung auszutauschen sondern auch berufliche Aufgabe und wissenschaftliche Ausbildung kritisch zu hinterfragen. Vielen Dank an die FGV Umweltwissenschaften für die erstklassige Organisation.

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Meet & Eat, Januar 2017
Meet & Eat, Januar 2017