Bericht zum vierten 23grad Kontaktgrillen

Zum vierten Mal fand das 23grad-Kontaktgrillen in Kooperation mit der Fachgruppenvertretung des Masters Sustainability Sciences statt. Die Räumlichkeiten des Plan B und das leckere Grillbuffet sorgen einmal mehr für ein lockeres beisammen sein. Drei Gäste aus der Berufswelt waren eingeladen, um sich den Fragen der Studierenden zu stellen:
Lisa arbeitet vor allem als Bildungsreferentin im Themenfeld BNE des Gemeindejugendwerks Norddeutschland (GJW ND) - ein freier Träger der Jugendhilfe. Sie arbeitet auf der einen Seite mit eigenen Jugendgruppen, wobei die Jugendlichen selbst Themen aus dem Umweltbereich bestimmen mit den sie sich beschäftigen wollen und auf der andren Seite bildet sie andere Pädagogen der Jugendarbeit ihres Jugendwerks fort. Das Schöne daran ist die freie inhaltliche Arbeit. Themen die motivieren und unter den Nägeln brennen kommen zum Zuge.

Julia arbeitet dort wo andere Urlaub machen – in der Elbtalaue, im Amt Neuhaus dem ostelbischen Zipfel des Landkreises Lüneburg. Zur Arbeit gelangt die mit der Fähre und das entschleunigt den Tag schon am Morgen. Ihre Aufgabe ist es für den Erhalt der über 60km langen Obstbaum-Alleen zu sorgen. Das ist nicht nur viel Arbeit, sie ist auch vielfältig. Sie und ihr Team organisieren Ehrenamtliche die Paten sind für Obstbäume, damit die Bäume gepflegt und das Obst geerntet wird. Die Allee-Paten müssen geschult werden über Sorten, Erntezeiten und Baumschnitt. Auch für andere Interessierte gibt es Baumschnittkurse. Es werden Mostereien gesucht, die das Obst verarbeite. Aber auch selbst wird Saft gepresst als Bildungsprojekt oder als PR-Veranstaltung. Eine tolle Aufgabe in einem so schönen Dorf wie Konau. Ein Besuch Konaus lohnt nicht nur wegen der Alleen sondern auch wegen der interessanten Grenzgeschichtsausstellung vor Ort.

Ankas Arbeitsplatz ist ein ganz anderer. Sie ist Büroleiterin des Ministerbüros des Ministers Christian Meyer, dem niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – kurz Agrarminister und ist ihm direkt unterstellt. Ein Ministerbüro hat die Aufgabe dem Minister in allen Verwaltungsaufgaben zu zuarbeiten und dies alles streng vertraulich.
Ein reiner Verwaltungsjob? Ja, aber unmittelbar dran am politischen Geschehen und es ist auch eine spannende Sache beim ersten grünen Agrarminister des Landes zu arbeiten.

Die Studierenden haben den Sprung in den Job noch vor sich und viele interessieren sich für den Bildungsbereich. Ernüchterung macht sich breit, als von den vielen befristete Stellen in der Umweltbildung berichtet wurde. Jedoch liegt dort auch eine Change: Ein begrenztes Thema zu bearbeiten, eine definierte Zeit vor sich zu haben, um dann neue Wege einzuschlagen.
Erstaunen und Ratlosigkeit rief es auch hervor, dass sich z.B. Lisa und Julia selbst ihre Stelle „geschaffen“ haben. Wie soll das gehen nach dem Uni-Abschluss? Gar nicht! So etwas wächst und gedeiht und es beginnt vielleicht mit einem befristeten Projekt. Durch Projekterfahrung hat man sich in einem Bereich spezialisiert, bleibt jedoch „uwi-typisch“ immer offen und motiviert etwas Neues auszuprobieren oder das vorherige auszubauen.

Herzlichen Dank den Gästen Anka, Lisa und Julia und der FGV Master für die reibungslose Organisation. Und vor allem einen großen Dank an Oda Schreiber, ohne die das Kontaktgrillen nicht zustande gekommen wäre.

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