Meet & Eat im Juni 2017

23grad Meet & Eat nachhaltige Berufsbilder à la carte – Juni 2017
Wer nachhaltig arbeiten möchte muss auch nachhaltig essen
Ein Bericht von Oda Schreiber

Nicht grundlos heißt die Veranstaltungsreihe von 23grad „Meet & Eat“. Sei es das Beisammensein welches mit Leckereien erst gesellig wird oder der Arbeitsalltag, der durch gute Speisen seine energetische Grundlade erhält – Essen ist enorm wichtig.

Somit war das Buffet mit veganen indischen Spezialitäten an diesem Abend ein ganz besonderes. Zu Gast waren zwei Lehrer aus Indien, die in Lüneburg für 5 Wochen ein Praktikum absolvierten. 23grad hat dieses Praktikum finanziell mit unterstützt. Das Praktikum von Murugan und Thanajayan war abwechslungsreich. Sie lernten die Rudolf Steiner Schule in Lüneburg kennen, besuchten Energie-, Fledermaus-, GPS-, Nachterlebnisprojekte des Umweltbildungszentrums der Hansestadt Lüneburg, arbeiten auf dem Bauckhof - ein Demeterbetrieb in Rosche bei Uelzen- und im veganen Imbiss Loving Hut. Sie selbst bereiteten die Speise für den Abend zu und sämtliche Gäste waren absolut begeistert. Murugan und Thanajayan sind Lehrer in Auroville, einer internationalen geplanten Stadt in Indien. Diese wollten unterschiedliche Projekte kennenlernen, um die Umweltbildungsarbeit an ihrer Schule weiter zu entwickeln. Ihre Schule legt großen Wert auf die handwerkliche und musikalische Ausbildung der Schüler. Das Handwerk ermöglicht vielen jungen Menschen viel eher eine Berufschance als weiterführende Schulen. Die Idee zu diesem Praktikum ergab sich durch Lea (Studentin der Uni Lüneburg) die selbst in Auroville viele Monate verbrachte und dort in der Schule Umweltprojekt anschob.

Ole ist verantwortlich für die FÖJler in Schleswig-Holstein und den Bundesfreiwilligendienst Ökologisches Jahr im Jugendpfarramt Koppelsberg in der Nordkriche, einer der beiden Träger dieser Freiwilligendienste im Land.
Seine Aufgaben sind vielfältig den er betreut die über 120 FÖJ in SH und dazu noch die ÖBFDs: Bewerbungen gehen bei ihm ein, er ist für die Anerkennung der Einsatzstellzuständig und für alle rechtlichen Fragen zuständig. Auch Kündigen muss er bearbeiten, denn diese erfolgen nicht durch die Einsatzstelle sondern durch das Jugendpfarramt selbst mit dem Ziel eine neuen Einsatzstelle für die jungen Menschen zu finden. Er besucht die Einsatzstellen und führt gemeinsam mit einem Co-Teamer eine eigene Seminargruppe bei den FÖJs. Das sich die bürokratische Schreibtischarbeit mit dem direkten Kontakt zu den Freiwilligen abwechselt ist gut und wichtig. Was schon seit einigen Jahren auffällig ist, dass viele junge Menschen einen großen seelischen Rucksack mit sich tragen. Vor allem stehen sie bei ihrer Zukunftsgestaltung sehr unter Druck, auch das „Richtige im Leben“ zu machen. Das Studium der Umweltwissenschaften liefert viele Fertigkeiten, um die Aufgaben gut zu meisten, jedoch ist man kein ausgebildeter Therapeut und stößt dort an seine Grenzen. So manches persönliche Schicksal nimmt man mit nach Hause. Da hilft es ein Jubiläumsjahr zu feiern, denn seit 25 Jahren gibt es die Freiwilligen Dienste in SH und auch Neues umzusetzen. Dieses Jahr startet das FÖJ für Geflüchtete.

Max ist ein Mitglied im Verein Lünebohne e.V. . Dieser wurde von Menschen ins Leben gerufen, die Lüneburg für bewussten Konsum und fairen Handel begeistern und sensibilisieren wollen – mit Bildungsworkshops, Aktionstagen und mit fair gehandelten Produkten wie Kaffee und Kakao.
Angefangen hat die Kaffee-Idee als studentisch Initiative. Als ein neues Konzept für das Heinrich-Böll-Haus und dem dortigen Eine-Welt-Laden gesucht wurde nahm die Initiative die Fäden in die Hand.
So war die Zukunft des Hauses mit einem Café im Erdgeschoss quasi ein Muss. Es heißt „Avenir“. Das Wort ist französisch und bedeutet Zukunft. Der Kaffee „Lünebohne“ erfüllt nicht nur die Fairtrade- und Biostandards, sondern ist ein partnerschaftlich gehandelter Kaffee. Es ist ein Handel auf Augenhöhe, der auf Transparenz und direkten Beziehungen basiert. Dies gilt ebenso für den Espresso, den „Lünepresso“ und den Kakao die „Schukolüne“
Der Kakao der „Schukolüne“ wird in der kleinen Gemeinde Tesoro Escondido in Ecuador geerntet. Die dortige Kooperative ist ein Zusammenschluss von Kakaoerzeugern in den letzten zusammenhängenden Primärregenwäldern der Welt. Sie umfasst ein Gebiet von etwa 30 Quadratkilometern, rund 80% davon sind Urwald. Der gesamte Grundbesitz ist in Privatbesitz von 42 Familien, die zum überwiegenden Teil vom Kakaoanbau leben. Kakaopflanzen kommen hier bereits als natürliche Vegetation im Regenwald vor und werden von den Familien weiter kultiviert. Importiert wird der Kakao durch BougaCacaO, eine Chocolaterie des Ehepaares Alex Gareiss und Ulrike Bongartz. Die kleine Firma hat sich zu einem besonderen Förderer von partnerschaftlichem Handel entwickelt. In der Firmenphilosophie schreibt Bouga CacaO: Bouga CacaO ist nicht nur eine Schokoladenmarke, sondern auch die Geschichte von Leuten, die von einem wirklich fairen Handel träumen und dies in ein Konzept umgesetzt haben. Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und der Bereitschaft das unsere zu tun, um zu einer etwas gerechteren Welt beizutragen.

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